„Liest Du noch oder japst Du schon?“ – Klare Sprache im E-Learning (2/3)

wordcloud_leichte_spracheSie wollen leicht, einfach und klar schreiben. Wie geht sie nun, diese Sprache?

Grundsätzlich lassen sich drei Formen unterscheiden:

  1. Die Leichte Sprache ersetzt Fremdwörter und Fachbegriffe, ist äußerst reduziert.
  2. Ein wissenschaftliches Projekt wie „Touchdown21“ kommt nicht ohne Fachbegriffe aus. Deshalb nutzt es die Klare Sprache.
  3. Und für Menschen mit geringen Deutschkenntnissen gibt es außerdem noch die Einfache Sprache. Die ist wiederum anspruchsvoller als die Leichte Sprache.

Und so schreiben Sie, grob vereinfacht und verkürzt, leicht und klar:

  • Schreiben Sie kurze Sätze.
  • Folgen Sie der Regel: 1 Satz = 1 Information
  • Erklären Sie komplizierte Wörter und Abkürzungen.
  • Trennen Sie sehr lange Wörter mit Bindestrichen.

Auf der Homepage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales finden Sie den Ratgeber “Leichte Sprache” zum Download. Der Ratgeber umfasst 128 Seiten. Er ist selbstverständlich selbst in Leichter Sprache verfasst. Er enthält eine Fülle von Tipps und Hinweisen zu den Bereichen: Wörter, Zahlen, Zeichen, Sätze, Texte, Gestaltung, Bilder und Prüfen. Zu Letzterem heißt es:

“Prüfen ist für Leichte Sprache sehr wichtig. Prüfen gehört zur Leichten Sprache. Das Prüfen machen Menschen mit Lern-Schwierigkeiten. Nur sie können sagen, ob ein Text leicht genug ist.”

Welche Schlussfolgerungen lassen sich nun für den E-Learning Kontext ableiten?

  1. Die SME (Subject Matter Expert/Fachliche Ansprechpartner für ein Thema) müssen sich allgemein verständlich ausdrücken. Bis es jeder Lerner versteht.
  2. Die Autoren müssen einfach, klar und verständlich schreiben.
  3. Prüfer (= Mitglieder der Lerngruppe) sollten die E-Learning-Texte checken und Feedback geben: Das verstehen wir. Das verstehen wir nicht.
  4. Den Fragen und Hinweisen der Prüfer entsprechend müssen die Texte angepasst werden. Bis sie verständlich sind.

Zwischenfrage: Lohnt sich der Aufwand denn?

Wie Clark und Mayer (2011) betonen und auch wissenschaftlich belegen, lernen wir besser, wenn die Sprache unserer E-Learning-Module informell, persönlich und natürlich ist.

Ich behaupte:

Mit Autoren und Fachexperten, die um die Regeln der Leichten/Klaren/Einfachen Sprache wissen, lässt sich dieser positive Lerneffekt weiter steigern.

Oder führt dies zu einer Verflachung der Themen und Inhalte? Denn klar ist auch: Für Zwischentöne oder Ironie eignet sich die Klare Sprache nicht. Was denken Sie?

Im nächsten Blog-Post stelle ich Ihnen Unternehmen vor, die diese Sprachformen nutzen, um Ihre Kunden besser zu erreichen.

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„Liest Du noch oder ächzt Du schon?“ – Klare Sprache im E-Learning (1/3)

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„Im Oktober 2016 landete ein Raumschiff auf dem Dach der Bundeskunsthalle.
Das war ein seltsames Gefühl.
Ich wusste nicht, was passiert.“

So beginnt das Grusswort von Rein Wolf, dem Intendanten der Bundeskunsthalle in Bonn. Es leitet den Katalog zur Ausstellung „Touchdown – die Geschichte des Down-Syndroms“ ein.

Die Ausstellung folgt dem Storytelling-Ansatz. Sie erzählt die Geschichte des Down-Syndroms. Sie präsentiert Zeugnisse aus verschiedensten Kulturen und Epochen, die auf Menschen mit Down-Syndrom verweisen. Sie wurde von Menschen mit und ohne Down-Syndrom erstellt.

Die Ausstellung ist umfangreich. Es gibt sehr viele Fotos, Videos, Alltagsgegenstände, Dokumente, Kunstwerke, archäologische Funde und historische Gemälde. Und: Es gibt sehr viele erläuternde Texttafeln, die gelesen werden wollen.

Umfangreiche Ausstellungen sind anstrengend. Normalerweise.

Ja, wie gehen Sie denn mit diesen Texttafeln um? Lesen Sie sie? Ignorieren Sie sie? Oder lassen Sie sich zunächst vollkommen auf den Ausstellungsgegenstand ein? Blenden die schriftlichen Informationen aus?
Mich ziehen Texte magnetisch an. Ich muss lesen. Das macht schlau, aber auch müde. Die Augen brennen. Der Kopf ist voll.

„Wo bitte geht´s zum Museums-Café?“
Doch jetzt das Wunder: Die Ausstellung Touchdown ist anders! Du liest und guckst, und guckst und liest. Sieben Räume. Knallvoll mit Objekten und TEXTTEXTTEXT. Bis zur Decke hoch. Doch ich bin geistig noch voll da. Keine Erschöpfung nirgends. Und ich bin nicht allein: Meiner Begleitung und allen anderen, die ich anspreche, ergeht es ähnlich.

Hallo, wie kann das sein? Wie kann eine dermaßen überbordende Ausstellung so wenig auslaugen, ermüden, platt machen?!

Nein, wir haben auch keine Drogen genommen. Und ja, die Themen sind zum Teil hochwissenschaftlich und inhaltlich herausfordernd. Woran liegt es also?

Kurz und bündig: An der Art der Texte. Ich zitiere:

„John Langdon Down war der Erste, der sie beschrieben hat: Menschen mit Down-Syndrom.
Nach ihm wurden sie benannt.
Erst lange nach seinem Tod.
Etwa im Jahr 1960.

John Langdon Down war Arzt.
Er war ein besonderer Mensch.
Er war ein Gentleman.

Er war sehr klug.
Er hatte viele neue Ideen.
Er hatte ein großes Herz.

(…)“

„Gentleman
Ein Gentleman ist vornehm und zurückhaltend. Er ist zärtlich, liebevoll und charmant zugleich. Er redet sachlich und benimmt sich gut. Er trägt Anzug und Krawatte, geht immer in ein vornehmes Restaurant und hat auch noch viel Geld.“

Die Sprache ist anders. Sie ist einfach. Sie ist klar. Eingängig. Verständlich. Fokusiert. Genau so, wie wir es uns für unsere E-Learning Texte wünschen!

Der Fachbegriff für diese Art von Sprache lautet: „Klare Sprache“.

Ich erweitere: Angenehme, leser- und lernerfreundliche, ja, menschenfreundliche Sprache! Letztlich also Sprache, die nicht ausgegrenzt, die sich darum bemüht, dass jeder sie versteht. Die Klare Sprache gehört zu den sogenannten „Barrierefreien Sprachen“.

Das Touchdown-Team erklärt, was klare Sprache ist:

„Klare Sprache ist leicht verständlich.
Jede und jeder kann sie verstehen.
Menschen mit und ohne Behinderung.
Menschen mit mehr oder weniger Deutsch-Kenntnissen.
Klare Sprache ist ein vereinfachtes Deutsch.
Trotzdem ist es korrektes Deutsch.“

Und sie bemerken:
„Klare Sprache fragt nicht danach, wer etwas nicht versteht oder warum.
Man kann auch sagen: Sie richtet sich nicht nach dem Defizit.
Klar-Text ist für alle angenehm.“

Hervorgegangen ist die Ausstellung aus dem Forschungsprojekt TOUCHDOWN 21. In dem Projekt erforschen Menschen mit und ohne Down-Syndrom die Trisomie 21. Das Projekt zeigt, wie Inklusion in der Wissenschaft funktionieren kann. Und wie wichtig dabei die Klare Sprache ist.

So erläutert die Initiatorin des Projekts, die Humangenetikern Dr. Katja de Bragança: „Forscher, die bei unserem Projekt mitmachen wollen, müssen in der Lage sein, ihre Arbeit in verständlicher Sprache zu erklären.“

Wäre das nicht der Traumstart jedes E-Learning Projekts: Die Fachexperten erläutern ihr Spezialwissen, in verständlicher Sprache? Oder ist und bleibt dies die orginäre Aufgabe der E-Learning-Autoren? Was meinen Sie?

Falls Sie nun auch klarer schreiben wollen, egal ob E-Mail oder WhatsApp-Nachricht, Brief oder Tweet, E-Learning-Text oder Reisebericht. Wie das geht, erfahren Sie im nächsten Beitrag!

Quellen:

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Best practice: Thanksgiving im Jahr 2049 und der Klimawandel – eine Mouseclick-Interaktion

Was zeichnet eigentlich eine gelungene E-Learning-Interaktion aus? Eine Interaktion, bei der Inhalt und Form so zusammenwirken, dass sie bei den Betrachtern den bestmöglichen Lerneffekt erzielen?
Auf der Website des englischen Guardian fand sich diese Woche unter der Überschrift „Thanksgiving of the future: how climate change could transform our food“ eine solche gelungene Interaktion. Unser Beispiel, eine klassische Mouseclick-Interaktion, vermittelt anschaulich und eingängig die Folgen einer möglichen Erderwärmung im Alltag.

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Screenshot

Was beeindruckt nun an dieser Interaktion formal und inhaltlich?
1. Aufbau:
Die Vogelperspektive ist ungewöhnlich und überrascht. Der Betrachter identifiziert sich mit der am Tisch sitzenden Person und wird so quasi in das Thema „hineingesogen“. Gleichzeitig vermittelt der symetrische Bildaufbau Ruhe und Stabilität nach dem Motto: Was wir euch hier zeigen, das ist solide, glaubhaft und hat Hand und Fuß. So transportiert die Grafik Vertrauen in die Inhalte. Der Bildaufbau dient der inhaltlichen Botschaft.
2. Farbgebung:
Die Farbe der Tischplatte ist ein echter Hingucker. Die Hotspots in roter Farbe bieten dazu einen starken Kontrast und lenken so die Aufmerksamkeit des Betrachters. Rot ist allerdings Warn- und Signalfarbe. Inhaltlich passend, aber vielleicht nicht die einladendste Farbe, um aktiv zu werden, d. h. anzuklicken. Das weiße Kreuz auf den roten Buttons lässt Assoziationen zum Roten-Kreuz aufkommen. Möglicherweise wäre hier ein Fragezeichen die bessere Wahl gewesen.
3. Fooddesign:
Die Speisen sind der modernen Küche angepasst sehr reduziert dargeboten. Der Truthahn (auf einem Drahtgeflecht?) dominiert. Insgesamt wirkt die Anordnung leicht ironisierend, behaglich geht anders. Wäre aber auch dem Thema nicht angemessen.
4. Emotion:
Als kleine Gags fungieren die beiden Kakteen. Sie verstärken die inhaltliche Aussage, ohne gleich die Alarmismus-Keule zu schwingen wie es zum Beispiel der Fall wäre, wenn der Tischhintergrund aus rissigem, vertrocknetem Erdboden bestünde. Diese humorvollen Einsprengsel sprechen die Betrachter emotional an und laden bei aller Ernsthaftigkeit zum Schmunzeln ein, was ja auch den Lerneffekt steigert, wie ich in einem anderen Blogpost (Humor – der Kickstarter für jedes E-Learning?!) ausführte.
5. Text:
Nach Klick auf die Hotspots öffnen sich jeweils Layer, die sich über die gesamte Fläche legen. Die Layer stehen visuell in starkem Kontrast zur Ausgangsgrafik. Hier dominiert kühles Blau und Weiß. Das jeweilige Nahrungsmittel wird skizziert, um den textlastigen Layer aufzulockern. Hier schließt sich auch ein Kritikpunkt an: Der Text ist wenig gegliedert. Als reiner Fließtext kommt er eher unstrukturiert daher, setzt zu wenige Schwerpunkte. Fettungen und Bulletpoints könnten die Übersichtlichkeit steigern.

 

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Screenshot

Fazit:
Die Interaktion ist ein durchaus gelungenes Beispiel, das zeigt, wie ein komplexer Sachverhalt auf die Alltagsebene heruntergebrochen werden kann. Interessante und überraschende visuelle Lösungen erfreuen die Betrachter und motivieren, sich mit den Inhalten zu beschäftigen. Form und Inhalt bilden ein harmonisches Ganzes. E-Learning, wie es sein sollte. Was denken Sie?
Neben der Redakteurin war die Londoner Agentur Nice and Serious an der Erstellung beteiligt.

P. S.: Nur was hat es mit dem seltsamen Besteck auf sich?

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Das „Sensory Fiction“-Buch – Gadget oder Lernwerkzeug?

Steht das „Sensory Fiction“-Buch für die Zukunft des Lesens und damit auch des interaktiven Lehr- und Lernbuchs? Oder ist es nur eine Spielerei?

Doch zunächst: Worum geht es überhaupt?

Studenten des renomierten MIT Media Lab (Massachusetts Institute of Technology) haben ein Mitfühl-Buch entwickelt, das dem Lesenden hautnah (!) die Emotionen eines Storyhelden vermittelt. Wie funktioniert nun dieses Gerät?

Quelle: MIT Media Lab

Vor dem Lesevergnügen schnalle ich mir eine Art Mitfühl-Weste um. Diese Weste ist mit verschiedenen Elementen wie Kompressionskissen, Wärmeplatten und Vibrationsmotoren ausgestattet.  Zusätzlich unterstützen visuelle und akustische Signale im Einband das Leseerlebnis.

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Quelle: MIT Lab

Der Held hat Angst? Die Luftkissen dehnen sich aus und vermitteln das Gefühl der Beklemmung. Die Heldin ist außer Atem? Die Vibrationsmotoren simulieren verstärkten Herzschlag.  Der Held ist verliebt? Die Wärmeplatten heizen sich auf.

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Quelle: MIT Lab

Das „Sensory Fiction“-Buch hilft dem Leser, die Gefühle des Helden nachzuempfinden.

Ja, aber reicht denn dazu die Vorstellungskraft nicht aus? Müssen wir uns dazu verkabeln? Wer braucht so etwas?

Hmm, zunächst einmal dürfte die Anwendung ziemlich Spaß bereiten! Man stelle sich beispielsweise ein Quidditch-Match vor, bei dem einem via Mitfühl-Weste Harrys und R0ns Emotionen zusätzlich körperlich vermittelt werden.

Doch möglicherweise bietet das „Sensory Fiction“-Buch nicht nur ein gesteigertes, taktiles Leseerlebnis, sondern eröffnet auch im E-Learning-Kontext ungeahnte Möglichkeiten.

Stellen wir uns ein interaktives „Sensory Fiction“-Buch vor, wie es bei einer Softskill-Schulung zum Thema „Empathie“ eingesetzt werden könnte.

Setting 1: Mitarbeitergespräch

Unser Lerner, hier z. B. die  Führungskraft Anna B., trägt die Mitfühl-Weste und liest gleichzeitig das interaktive „Sensory Fiction“-Buch. Dort befindet sie sich gerade in einem virtuellen Mitarbeitergespräch, in dem sie einem virtuellen Gegenüber das entsprechende Feedback geben soll. Anna B. hat nun verschiedene Antwortmöglichkeiten. Jede dieser Antworten löst bei ihrem virtuellen Gegenüber unterschiedliche Emotionen aus.

Mittels der Mitfühl-Weste erfährt Anna B. nun unmittelbar, welche Emotionen bzw. Körperreaktionen ihre Worte bei dem virtuellen Mitarbeiter auslösen, was er oder sie also gerade empfinden wie zum Beispiel Freude oder auch  Angst. Anna B. erfährt so ganz unmittelbar auf körperlicher Ebene, was ihre jeweiligen Worte auslösen.

Und der Lerneffekt? Anna B. lernt, die mögliche Wirkung ihrer Worte besser einzuschätzen und zu wählen. Sie denkt über die Wirkung ihrer Worte nach und steigert und verbessert so ihre Empathiefähigkeit! Dies stärkt wiederum ihre soziale und emotionale Kompetenz!

Setting 2: Verkaufsverhandlung

Ähnliches ist auch für eine Verkaufsschulung denkbar: Wie reagiert mein virtueller Kunde auf meine Aussage? Was fühlt er? Stimmen seine Worte und Gefühle überhaupt überein? Erhalte ich z. B. verbal freundliche Antwort, die ganz und gar nicht mit dem körperlichen Reaktionen übereinstimmen. Als Lerner wird mir die Diskrepanz zwischen Worten und der wirklichen Stimmungslage so bewusster.

Fazit: Wirken das „Sensory Fiction“-Buch und die Mitfühl-Weste auf den ersten Blick wie ein lustiges Gadget, erscheinen sie bei genauerer Betrachtung als ein durchaus faszinierendes Tool, das mannigfaltige Lernprozesse in Gang setzen kann.

Und was denkt ihr/denken Sie über das „Sensory Fiction“-Buch? Welche weiteren Lernmöglichkeiten könnte es eröffnen?

Ich freue mich auf euer/ Ihr Feedback!

 

Einen ersten Eindruck vermittelt übrigens dieses Video:

http://vimeo.com/84412874

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E-Learning neu denken mit Google Glass?

Ganz nüchtern heißt es bei Wikipedia: „Google Glass ist der Markenname eines am Kopf getragenen Miniaturcomputers. Er ist auf einem Brillenrahmen montiert und blendet Informationen in das Sichtfeld ein (=Head-Up-Display). Diese Informationen können kombiniert werden mit dem aufgenommenen Bild, das eine in Blickrichtung des Trägers integrierte Digitalkamera live liefert. Dazu können Daten aus dem Internet unmittelbar bezogen und versendet werden.“

Schematische Darstellung von Google Glass (Quelle: Wikipedia)

Schematische Darstellung von Google Glass (Quelle: Wikipedia)

Ganz unnüchtern betrachtet, scheint mir Google Glass tatsächlich das nächste „big thing“ zu sein, das unser aller Alltag und damit auch unsere Lernprozesse und damit auch das E-Learning ähnlich umwälzen könnte, wie das Aufkommen der Smartphones. Warum?

Per Kopfnicken, Sprachsteuerung oder Touchpad am rechten Brillenbügel kann ich über einen kleinen Bildschirm Texte, Informationen, Bilder und Filme unmittelbar aus dem Netz abrufen. Gleichzeitig kann ich mit Google Glass selbst Bilder oder Filme produzieren oder andere Nutzer live an meinen Erlebnissen teilhaben lassen.

Laut Testpersonen ist das Display vergleichbar mit einem Monitor mit ca. 60 cm Bildschirmdiagonale, der sich in etwa zwei Metern Entfernung vor dem Auge befindet. Die Tester empfanden das Gestell und die Einblendung als nicht störend. Ähnlich einem Brillenträger, der ja die Umrandung der Gläser auch nicht bewusst wahrnimmt. Besonders bemerkenswert erscheint mir auch die Tonübertragung, die über den Schädelknochen erfolgt. Kopfhörer sind demnach überflüssig.

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Foto: Antonio Zugaldia (Wikipedia)

Um einen ersten Eindruck über die Features der Datenbrille zu erhalten, empfehle ich dieses How-to-Video von Google.

Doch wie könnte Google Glass das Lernen bereichern? Welche Anwendungen sind denkbar?

Lernen mit Google Glass:

  • Teilhabe per Video: In einem beispielhaften Promotion-Video besucht ein Physiklehrer, der als Online-Dozent lehrt, das Forschungszentrum CERN in der Schweiz. Er trägt die Google Glass Brille und seine Studenten folgen ihm weltweit von ihren heimischen PCs aus. Gleichzeitig erläutert er die Dinge, die er während der Exkursion erklärt bekommt. Ohne aufwendige Kameraausrüstung kann der Dozent gleichzeitig auf ihre Fragen sofort reagieren und sie beispielsweise an den CERN-Mitarbeiter übermitteln. Als Lernender kann ich so grundsätzlich Situationen quasi durch die Augen einer Person erleben, die wesentlich mehr Erfahrung auf diesem Gebiet besitzt. Ich begleite den Experten und lerne synchron mit seinen oder ihren Handlungen.
  • Museum: Als Museumsbesucher kann ich problemlos diverse Zusatzinformationen abrufen oder auch Fachleute kontaktieren. Gleichzeitig kann ich andere an meinem Lernerlebnis teilhaben lassen (s.o.).
  • Hände frei: Ich führe eine Reparatur durch z.B. den Austausch eines Wasserhahns. Meine Google Glass Brille spielt mir synchron die korrekten Handgriffe ein. Ich habe beide Hände frei und kann gleichzeitig per Sprachsteuerung die entsprechenden Informationen abrufen. Gleichzeitig erkennt das Anwenderprogramm fehlerhaft ausgeführte Handgriffe. Das heißt: Ich bekomme „Just-in-time“-Informationen. Oder ein Experte begleitet meine Handgriffe und gibt mir entsprechende Rückmeldung.
  • Vertrieb: Ich berate einen Kunden. Nachdem mir mein Kunde die Erlaubnis erteilt hat, nehme ich unser Gespräch auf. Fallen bestimmte Schlüsselwörter, bekomme ich über die Datenbrille bestimmte Zusatzinformationen eingespielt. Oder: Ich streame das Beratungsgespräch und werde dabei von einem Trainer begleitet und erhalte entsprechendes Feedback.
  • Sprache: Immer wenn mir danach ist, spiele ich mir zum Üben Vokabeln auf meinen virtuellen Bildschirm. Gleichzeitig kann ich mir in Echtzeit Übersetzungen anzeigen oder formulieren lassen.
  • Präsentation: Ohne großen Aufwand kann ich bei einer Präsentation zusätzliche Informationen aufrufen und dem Auditorium übermitteln.
  • Demenz: Mit Hilfe von Gesichtserkennungs-Apps bekommen Demenzerkrankte Informationen über das Gegenüber eingespielt. Die Datenbrille kann in einem bestimmten Zeitfenster der Erkrankung als „Gedächtnisstütze“ fungieren.
  • Sightseeing: Ich bewege mich durch eine unbekannte Gegend. Google Glass erkennt z.B. Bauwerke und spielt auf dem Display historische Informationen ein.

Diese kurze und sicherlich unvollständige Liste zeigt bereits das enorme Potential der Datenbrille auf.

Meine Vermutung: Spätestens in fünf Jahren gehören die Datenbrillen zum Standard-Repertoire und haben den Smartphones den Rang abgelaufen. Und dabei ist Google Glass vermutlich nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zu bio-mechanischen Computern wie z.B. Kontaktlinsendisplays…

Was denken Sie? Alles Science-Fiction? Oder besitzt Google Glass tatsächliches Potential als E-Learning Tool?

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Humor – der Kickstarter für jedes E-Learning?!

Meine These: Besäße jedes E-Learning alle drei Minuten ein humorvolles Einsprengsel – die Beliebtheit der Online-Trainings würde sich signifikant erhöhen! Lernen mit Humor bedeutet Lernen in einer anregenden, fruchtbaren und stressfreien Atmosphäre.

Wie dies funktioniert, beschreibt und belegt Zak Stambor schon 2006 in seinem Artikel „How laughing leads to learning für die American Psychological Association.

Nur: Wie bekomme ich den Humor in die E-Learnings? Wie konzipiere, schreibe und designe ich lustig? Ich behaupte: Humor ist ein Handwerk, dass sich erlernen lässt. Aber wie bei jedem Handwerk ist noch kein Meister vom Himmel geplumpst. Will sagen: Humor ist Arbeit und kostet Blut, Schweiß und Tränen. Ah, dieser Hinweis auf die extreme Anstrengung ist das nicht…? Ja! Das ist eine Übertreibung. Und Übertreibung ist ein Merkmal von Humor, Comedy, Witz, Spaß usw.!

Okay, nutzen wir zunächst das Stilmittel Übertreibung als Humordoping für ein E-Learning Projekt. Ein Training zum Thema Social Media steht an. Unser Lernziel: Die Teilnehmer sollen für den Umgang mit verschiedenen Social Media Plattformen sensibilisiert werden. Für den Anfang versuchen wir uns an einer einfachen Single Choice Aufgabe:

„Sie sind mit ihrem Kollegen Max auch auf verschiedenen Social Media Plattformen vernetzt. Eines Tages entdecken Sie folgendes Bild auf Ihrer gemeinsamen Social Media Plattform. Wie reagieren Sie, wenn Sie Max das nächste Mal in der Teeküche treffen?“

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Variante 1:

  • „Max, da hast du ja ein wildes Bild auf deine Seite gestellt. Muss eine tolle Party gewesen sein“, erkläre ich.
  • „Ich denke das Bild auf deiner Seite ist für ein öffentliches Netzwerk ungeeignet“, ermahne ich ihn.
  • Ich übergehe das Bild und spreche mit ihm über sein aktuelles Projekt.

Variante 2:

  • „Ey, Max, schade, dass die Gogo-Girls nicht mit auf dem Bild sind!“, necke ich ihn.
  • Ich ignoriere das Bild und spreche mit ihm über die Portoerhöhung der Post für Briefsendungen bis 20 Gramm.
  • „Du solltest beim nächsten Mal den „Rote-Auge-Filter“ nutzen“, ermahne ich ihn augenzwinkernd.
  • „Warum war ich eigentlich nicht  eingeladen?“, spiele ich den Empörten.
  • „Hey, das sieht nach einer richtig guten Party aus. Ich frage mich nur, ob die ganze Welt dich so sehen sollte?“ eröffne ich das Gespräch.

Im anschließenden Feedback bekommt der Teilnehmer dann Empfehlungen, wie er mit sehr privaten Aufnahmen in sozialen Netzwerken umgehen sollte, um seiner Reputation keinen unnötigen Schaden zuzufügen.

Zurück zum Thema: Welche Fragenvariante erzeugt mehr gute (Lern-)Laune bei den Teilnehmern? Nun, ich denke, dass Variante 2 mit den leicht übertriebenen Fragen die Schmunzelvariante ist und insofern die nachhaltigeren Lerneffekte bewirkt.

Ach, ja. Und natürlich funktioniert das Stilmittel Übertreibung auch ohne Worte:

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Lesetipp:

Um ein Gespür für das Stilmittel der Übertreibung zu bekommen, lohnt sich als Einstieg zum Beispiel die Lektüre der köstlichen Reiseliteratur von Bill Bryson.

Was denken Sie: Sollte Humor im E-Learning eine Chance erhalten?

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Herr Raffzahn und Frau Ehrlich – Sollen Namen im E-Learning sprechen?

Welcher E-Learning Autor kennt  nicht die Verlockung mit bedeutungsvollen Namen Protagonist und Lerninhalt ganz besonders eng und eingängig miteinander zu verknüpfen? Da begegnet der Teilnehmer dann einer Liz Value und einem Kurt Champion, einem Kai Kompetent und einer Lara Taff.

Klar, man kennt diese Stilmittel aus der Literatur: in den Harry Potter Romanen finden wir Sirius Black, der für einen gefährlichen Mörder gehalten wird, tatsächlich jedoch auf Harrys Seite steht. Sein Name spiegelt diesen Gegensatz zwischen Gut und Böse wider: Sirius, der hellste Stern am Nachthimmel vereint mit Black, der Schwärze. Und Else Schweigestill ist in Thomas Manns Roman Doktor Faustus eine Bäuerin, die fast pausenlos redet. Und in Donald Ducks Universum ist Daniel Düsentrieb der wahrlich rastlose Tüftler und Erfinder.

Doch wie wirkt dieses Stilmittel im E-Learning? Regt es den Lerner zum Schmunzeln an, rollt er genervt mit den Augen? Fördert oder verhinderen sprechende Namen den Lernerfolg?

Nun, grundsätzlich schiebt sich mit dem Einsatz des sprechenden Namens der Autor in den Vordergrund. Denn der Teilnehmer erhält einen augenzwinkernden Hinweis (=der sprechende Name), mit dem der Autor etwas ganz besonders deutlich machen möchte. Erhobener Zeigefinger, ick hör dir trapsen!

Die Frage ist nun: Sind sprechende Namen erwachsenen Lernern zuzumuten? Darf ein wohlhabender Kunde in einem Finanztraining wirklich Dagobert Schmidt heißen? Und was ist von Karlchen Korrupt im Compliance-Training zu halten?

Nun, grundsätzlich sollten unsere Protagonisten in E-Learning Szenarien starke Namen tragen. Susi Schmidt ist atemberaubend einfallslos und zeugt von gedanklicher Faulheit.

Intelligente sprechende Namen, die möglicherweise noch eine ironische Brechung besitzen ( Stichwort: Else Schweigestill ist alles andere als still.), sind Bausteine einer qualitätvollen Lernstory und immer eine Überlegung wert. Bewusst gestaltete Namen steigern die Motivation der Lernenden. Sie spüren das Bemühen um Qualität, das sich in diesem Detail ausdrückt.

Meine These: Eine Fülle von exzellenten Details generiert ein exzellentes E-Learning Gesamtergebnis.

Konkret bedeutet dies beispielsweise: Ein schwierige Kundin könnte im E-Learning Szenario dann nicht Eva Schwierig sondern Ann Geneem heißen. Ein ungewöhnlicher Name, der sich im Lernerhirn verankert und den Lernstoff insgesamt besser abrufbar werden lässt.

Welche Beispiele für gelungene sprechende Namen in E-Learning Szenarios kennen Sie?

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Klatsch und Tratsch im E-Learning

Hast Du schon gehört …?

Klatsch und Tratsch im serösen E-Learning? Kann das funktionieren? Inspiriert von einem Blogbeitrag zu diesem Thema, habe ich verschiedene Szenarien als Prototypen entworfen. Doch zunächst fragt man sich: Was bringt´s? Wozu Klatsch und Tratsch verwenden? Was springt für den Lerner dabei heraus?

Nun, eine Studie hat ergeben, dass wir besonders aufmerksam werden, wenn über jemand anderes im weitesten Sinne gelästert, geratscht und getratscht wird:

„A study at Northeastern University in Boston showed that participants focus more on images of people about whom they’ve heard a negative or emotional story – and that this is an unconscious connection people make. “A gossip-schooled eye for bad eggs provides social protection, the researchers propose, by extending opportunities to scrutinize potential liars and cheats.” (in: http://www.kineo.com/elearning-tips/tip-58-dish-out-the-gossip.html).

Was könnte das für E-Learning Szenarien, für Lern-Settings überhaupt bedeuten?

Gossiphaltige Szenarien sind emotionaler und somit fesselnder und eingängiger, was sich positiv auf die Lernhaltung („Behaltensleistung“) auswirkt. Kurz gesagt: Man vergisst nicht so schnell!

Doch wie könnten nun diese Klatsch-und-Tratsch-Settings aussehen?

Drei Ideen:

1. Das Einstiegsszenario für eine Compliance-Schulung: Einige Kollegen unterhalten sich in der Teeküche über ihre neuesten Errungenschaften, Urlaubspläne etc. Unvermittelt kommt das Gespräch auf Frau S. aus dem Einkauf, die seit einiger Zeit einen auffällig luxuriösen Lebensstil pflegt. Stirnen werden gerunzelt. Augenbrauen hochgezogen. Lernthema: Ist dies nicht ein Indiz für Korruption?

2. Das Setting eines Präsentationstrainings: In der Mittagspause lästern einige Kollegen über die mangelhaften Präsentationskünste eines Vortragenden. Lernthema: Wie könnte man besser präsentieren?

3. Die Elemente einer Social Media Schulung: Einige Mitarbeiter mokieren sich über das Facebook-Profil eines Kollegen, der fragwürdige Bilder vom letzten Betriebsausflug in seinem Alben präsentiert. Lernthema: Was gehört in ein soziales Netzwerk und was nicht?

Was denken Sie: Hat Gossip in E-Learning Szenarios eine Chance? Und: Erhöht es tatsächlich die emotionale Bindung an den Lerninhalt, die Behaltensleistung? Lassen Sie uns tratschen. 😉

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Leitfigur oder Leidfigur im E-Learning Szenario…?

Gibt es den idealen E-Learning Protagonisten?

Unsere Grundannahme lautet: Die Lernenden lieben Storytelling. Sie mögen Geschichten. Geschichten fördern die Motivation, das Behalten, kurz gesagt: das Lernengagement!

Doch jede Story steht oder fällt, begeistert oder langweilt mit ihren Protagonisten. Wie gestalten Sie nun Ihre Figuren?

Mit wem lernt sich eigentlich besser? Wer motiviert besser? Wer wirkt nachhaltiger?

Sind Ihre Protagonisten vorbildhafte Helden oder hilfesuchende Looser? Leit- oder Leidfiguren?

Der vorbildhafte Held begegnet uns in der Regel eher im Lehrvideo. Er zeigt uns, wie es geht. Wie es gut und  richtig geht. Wie man zum Beispiel die neue Tonerkassette in den Kopierer schiebt. In diesem Sinne sind auch die Mehrzahl der Lehrvideos auf YouTube Heldenepen. Denn immer sehen wir, wie ein Problem gelöst wird. Nie gibt es Ausfälle. Dramen. Katastrophen. Der Held macht vor. Wir ahmen nach.

Spannender wird es, wenn unsere Figur nicht weiter weiß. Und lustiger (und nachhaltiger) wird es, wenn sie etwas total verbockt. Dann können wir den Lerner herausfordern und aktivieren: Wie funktioniert es richtig?

Machen Sie doch mal, lieber Lerner! Strengen Sie sich an. Lösen Sie das Problem, den Konflikt, in dem sich unsere Figur befindet.

Zeit für problemlösendes Denken. Zeit für Interaktion.

Meine These: Die Leid-Figur ist die bessere Wahl, da sie die Lernenden aktiviert! Die Leid-Figur spricht die Lerner emotional an, denn: Nobody is perfect. Die Lerner identifizieren sich mit dem unperfekten, aber sympathischen Mitarbeiter. Ergebnis: Sie haben die Aufmerksamkeit, Motivation, ja, das Engagement für Ihr E-Learning gewonnen!

Was denken Sie? Wer ermöglicht bessere Lerneffekte? Die Leitfigur? Oder die Leidfigur?

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Nur Superhelden im E-Learning?

Wie entwickelt man fesselnde (Leit)-Figuren im E-Learning?

Lernen in Szenarien. Lernen am Modell. Stichwörter, die auch Schlaglichter auf die Wege des interaktiven Storytellings werfen. Immer geht es um Wissenszuwachs, um Verhaltensänderung ausgelöst und angeregt durch quasi „vorbildhafte“ Leitfiguren, die im E-Learning stellvertretend für die Lernenden stehen.

Um hier die passenden Charaktere zu entwickeln, muss der Drehbuchautor die Zielgruppe und ihre Charakteristika sehr genau kennen. Denn sicher erhöht es die Lernbegeisterung, wenn sich der Lernende in einer Figur wiederfindet.

Doch wie gestalten wir diese Leitfigur?

Inwieweit soll und darf sie den wirklichen Menschen ähneln?

Inwieweit muss sie von den wirklichen Menschen abweichen, um eine gewisse intellektuelle Unruhe auszulösen, die das Lernen ermöglicht?

Welche (Charakter)-Züge sollte sie tragen, um möglichst intensiv zu wirken?

Was spricht die Lernenden besonders an? Und: Muss man hier z.B. nach dem Geschlecht oder der Generation differenzieren?

Steigen wir bei der Erschaffung unserer Leitfiguren so breit und tief ein wie bei der Personenanlage für ein klassisches (Film)-Drehbuch? Oder bleiben wir eher holzschnittartig? Und:Wie authentisch dürfen die Figuren sein?

Um nun der Leitfigur auf die Spur zu kommen, unterscheide ich zwischen Basis- und Komplexfragen, die ich der Person quasi „stelle“. Und mit der Beantwortung dieser Fragen schält sich dann der „Körper“ dieser Leitfigur heraus.

Beispielsweise lassen sich folgende Fragen stellen und beantworten:

1. Basisfragen

  • Mann oder Frau?
  • Wie heißt die Person? Spricht ihr Name (z.B. Frau Schlau oder Herr Raffke)?
  • Wie alt ist unsere Leitfigur?
  • Wie sieht sie aus? Was trägt sie?
  • Welche Position bekleidet sie im Unternehmen?
  • Welche Status vertritt sie in der Welt?

2. Komplexfragen (Einstellungen; emotionalle Disposition …):

  • Welche Werte besitzt unsere Person? Wie wichtig ist ihr beispielsweise der Job, die Work-Life-Balance?
  • Geht es ihr im Job eher um ein gutes  Einkommen oder die persönliche Selbstverwirklichung?
  • Ist sie sehr ehrgeizig?
  • Worüber kann sie lachen? Worüber macht sie Witze?
  • Was kann unsere Leitfigur besonders gut? Was sind ihre Stärken?

Fehlt noch nun etwas, um eine wirkliche Person abzubilden?

Ganz klar: Niemand ist perfekt. Mit ihren Fehlern und Schwächen wird unsere Leitfigur rund und eckig, also glaubhaft. Dabei beziehen sich diese Fehler und Schwächen nun auf den Lerninhalt, der vermittelt werden soll.

3. Die (didaktische) Lücke:

  • Was fällt unserer Leitfigur schwer?
  • Wo hat sie noch Lernbedarf?
  • Wann reagiert oder agiert sie falsch?

Werden unsere Leitfiguren mit diesen komplexen Fragestellungen unterfüttert, wirken sie auf den Lernenden eindringlicher, was wiederum die Lernerfahrung intensiviert und somit die Behaltensleistung verbessert.

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