Herr Raffzahn und Frau Ehrlich – Sollen Namen im E-Learning sprechen?

Welcher E-Learning Autor kennt  nicht die Verlockung mit bedeutungsvollen Namen Protagonist und Lerninhalt ganz besonders eng und eingängig miteinander zu verknüpfen? Da begegnet der Teilnehmer dann einer Liz Value und einem Kurt Champion, einem Kai Kompetent und einer Lara Taff.

Klar, man kennt diese Stilmittel aus der Literatur: in den Harry Potter Romanen finden wir Sirius Black, der für einen gefährlichen Mörder gehalten wird, tatsächlich jedoch auf Harrys Seite steht. Sein Name spiegelt diesen Gegensatz zwischen Gut und Böse wider: Sirius, der hellste Stern am Nachthimmel vereint mit Black, der Schwärze. Und Else Schweigestill ist in Thomas Manns Roman Doktor Faustus eine Bäuerin, die fast pausenlos redet. Und in Donald Ducks Universum ist Daniel Düsentrieb der wahrlich rastlose Tüftler und Erfinder.

Doch wie wirkt dieses Stilmittel im E-Learning? Regt es den Lerner zum Schmunzeln an, rollt er genervt mit den Augen? Fördert oder verhinderen sprechende Namen den Lernerfolg?

Nun, grundsätzlich schiebt sich mit dem Einsatz des sprechenden Namens der Autor in den Vordergrund. Denn der Teilnehmer erhält einen augenzwinkernden Hinweis (=der sprechende Name), mit dem der Autor etwas ganz besonders deutlich machen möchte. Erhobener Zeigefinger, ick hör dir trapsen!

Die Frage ist nun: Sind sprechende Namen erwachsenen Lernern zuzumuten? Darf ein wohlhabender Kunde in einem Finanztraining wirklich Dagobert Schmidt heißen? Und was ist von Karlchen Korrupt im Compliance-Training zu halten?

Nun, grundsätzlich sollten unsere Protagonisten in E-Learning Szenarien starke Namen tragen. Susi Schmidt ist atemberaubend einfallslos und zeugt von gedanklicher Faulheit.

Intelligente sprechende Namen, die möglicherweise noch eine ironische Brechung besitzen ( Stichwort: Else Schweigestill ist alles andere als still.), sind Bausteine einer qualitätvollen Lernstory und immer eine Überlegung wert. Bewusst gestaltete Namen steigern die Motivation der Lernenden. Sie spüren das Bemühen um Qualität, das sich in diesem Detail ausdrückt.

Meine These: Eine Fülle von exzellenten Details generiert ein exzellentes E-Learning Gesamtergebnis.

Konkret bedeutet dies beispielsweise: Ein schwierige Kundin könnte im E-Learning Szenario dann nicht Eva Schwierig sondern Ann Geneem heißen. Ein ungewöhnlicher Name, der sich im Lernerhirn verankert und den Lernstoff insgesamt besser abrufbar werden lässt.

Welche Beispiele für gelungene sprechende Namen in E-Learning Szenarios kennen Sie?

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