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Humor – der Kickstarter für jedes E-Learning?!

Meine These: Besäße jedes E-Learning alle drei Minuten ein humorvolles Einsprengsel – die Beliebtheit der Online-Trainings würde sich signifikant erhöhen! Lernen mit Humor bedeutet Lernen in einer anregenden, fruchtbaren und stressfreien Atmosphäre.

Wie dies funktioniert, beschreibt und belegt Zak Stambor schon 2006 in seinem Artikel „How laughing leads to learning für die American Psychological Association.

Nur: Wie bekomme ich den Humor in die E-Learnings? Wie konzipiere, schreibe und designe ich lustig? Ich behaupte: Humor ist ein Handwerk, dass sich erlernen lässt. Aber wie bei jedem Handwerk ist noch kein Meister vom Himmel geplumpst. Will sagen: Humor ist Arbeit und kostet Blut, Schweiß und Tränen. Ah, dieser Hinweis auf die extreme Anstrengung ist das nicht…? Ja! Das ist eine Übertreibung. Und Übertreibung ist ein Merkmal von Humor, Comedy, Witz, Spaß usw.!

Okay, nutzen wir zunächst das Stilmittel Übertreibung als Humordoping für ein E-Learning Projekt. Ein Training zum Thema Social Media steht an. Unser Lernziel: Die Teilnehmer sollen für den Umgang mit verschiedenen Social Media Plattformen sensibilisiert werden. Für den Anfang versuchen wir uns an einer einfachen Single Choice Aufgabe:

„Sie sind mit ihrem Kollegen Max auch auf verschiedenen Social Media Plattformen vernetzt. Eines Tages entdecken Sie folgendes Bild auf Ihrer gemeinsamen Social Media Plattform. Wie reagieren Sie, wenn Sie Max das nächste Mal in der Teeküche treffen?“

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Variante 1:

  • „Max, da hast du ja ein wildes Bild auf deine Seite gestellt. Muss eine tolle Party gewesen sein“, erkläre ich.
  • „Ich denke das Bild auf deiner Seite ist für ein öffentliches Netzwerk ungeeignet“, ermahne ich ihn.
  • Ich übergehe das Bild und spreche mit ihm über sein aktuelles Projekt.

Variante 2:

  • „Ey, Max, schade, dass die Gogo-Girls nicht mit auf dem Bild sind!“, necke ich ihn.
  • Ich ignoriere das Bild und spreche mit ihm über die Portoerhöhung der Post für Briefsendungen bis 20 Gramm.
  • „Du solltest beim nächsten Mal den „Rote-Auge-Filter“ nutzen“, ermahne ich ihn augenzwinkernd.
  • „Warum war ich eigentlich nicht  eingeladen?“, spiele ich den Empörten.
  • „Hey, das sieht nach einer richtig guten Party aus. Ich frage mich nur, ob die ganze Welt dich so sehen sollte?“ eröffne ich das Gespräch.

Im anschließenden Feedback bekommt der Teilnehmer dann Empfehlungen, wie er mit sehr privaten Aufnahmen in sozialen Netzwerken umgehen sollte, um seiner Reputation keinen unnötigen Schaden zuzufügen.

Zurück zum Thema: Welche Fragenvariante erzeugt mehr gute (Lern-)Laune bei den Teilnehmern? Nun, ich denke, dass Variante 2 mit den leicht übertriebenen Fragen die Schmunzelvariante ist und insofern die nachhaltigeren Lerneffekte bewirkt.

Ach, ja. Und natürlich funktioniert das Stilmittel Übertreibung auch ohne Worte:

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Lesetipp:

Um ein Gespür für das Stilmittel der Übertreibung zu bekommen, lohnt sich als Einstieg zum Beispiel die Lektüre der köstlichen Reiseliteratur von Bill Bryson.

Was denken Sie: Sollte Humor im E-Learning eine Chance erhalten?

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